Marketing-Technologie | Menschliche Fähigkeiten werden im Jahr 2020 noch wertvoller

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Es war schon immer so: Jede große Technologie-Entwicklung stößt erst einmal auf einen gewissen Widerstand – manchmal sogar auf eine Art und Weise, die uns zum Lachen bringt. Der Artikel im Wall Street Tech „Frauen und Kinder zuerst: Technologie und moralische Panik“ berichtet von einer irrwitzigen Angst, als der Öffentlichkeit zum ersten Mal Eisenbahnzüge vorgestellt wurden: Wenn Frauen mit dem Zug führen, so befürchtete man, würde ihnen „aufgrund der großen Beschleunigung die Gebärmutter aus dem Körper fliegen.“ Ist nicht passiert.

In demselben Artikel stellt die Kulturanthropologien Genevie Bell fest, dass die Gesellschaft oft mit Angst reagiert, „wenn besonders aufschlussreiche technologische Fortschritte auftreten – speziell solche, die in unsere Beziehung zu Zeit, Raum und zueinander eingreifen oder diese verändern.“

Wie haben wir auf die Entstehung der Marketing-Technologie reagiert?

Vielleicht sind Sie im passenden Alter um das Buch „Who moved my cheese: Wer hat mir meinen Käse weggenommen?“ zu kennen. Es ist ein Gleichnis, aus dem die Leser Folgendes gelernt haben: Du kannst nur „Gewinner, Gewinner, Käse-Dinner!“ rufen, wenn du für Veränderungen bereit bist. Dieses Buch gehörte in den Unternehmen der frühen 2000er Jahre zu einem beliebten Must-read – zur selben Zeit, in der das Internet in den meisten Haushalten zu finden war. Diese neue Konnektivität führte dazu, dass Unternehmen schnell umdenken mussten, auf welche Weise sie ihre Produkte und Dienstleistungen vermarkteten. Die Botschaft „Pass dich an oder verhungere!“ traf bis ins Mark – so sehr, dass ein kleines Buch darüber, wie man seine Angst vor Veränderung in den Griff bekommen kann, im US-Markt $28 Millionen für verkaufte Exemplare einbrachte.

Diese Ära wurde letztendlich zu einer Startrampe für die Customer-Experience-Methodik und Automatisierte Marketingtechnologie, die wir heute verwenden. man kann guten Gewissens sagen, dass wir – sobald wir über die anfängliche, sehr menschliche Reaktion auf die Veränderungen, die diese aufkommende Technologie mit sich brachte, hinweg waren – den Weg für weitere Innovationen freigemacht haben.

Haben wir Angst vor dem nächsten Durchlauf der Marketing-Technologie?

Mit automatisierter Marketing-Technologie können wir zeitaufwendige, sich wiederholende Aufgaben wie geplante Social-Media-Posts und E-Mail-Aktionen größtenteils auslagern. 2020 werden wir erleben, wie hier der nächste Schritt erfolgt – mit mehr Unternehmen, die KI-Entscheidungsfindung in Ihre Marketingplattformen einbinden. So hat zum Beispiel das luxuriöse Hautpflegeunternehmen Kate Sommerville in seine eCommerce-Website eine Plattform eingebaut, die individuelle Produktempfehlungen anbieten kann, welche auf dem Browsing- und Einkaufsverhalten basiert. Die Auswertung des online-Verhaltens und die daraufhin ausgeführte Antwort laufen komplett automatisiert ab.

Mit zunehmender Fähigkeit künstlicher Intelligenz, menschliches Verhalten vorherzusagen und darauf zu reagieren, steigt auch das Potenzial für eine erfolgreiche Interaktion mit den Kunden. Aber so sehr wir uns alle darauf freuen, unseren ROI zu steigern – erzeugt die Einbindung von KI-basierter Entscheidungsfindung eine schleichende Angst, dass menschliche Marketingpositionen überflüssig werden?

Googles Chefökonom Hal Varian erklärte im Stanford-Artikel „Unsere fehlgeleitete Angst, dass Roboter unsere Arbeitsplätze wegnehmen“ (hier im Original), warum es nichts zu befürchten gibt: „Automatisierung eliminiert im Allgemeinen keine Jobs. Automatisierung eliminiert im Allgemeinen langweilige, mühsame und sich wiederholende Aufgaben. Wenn man alle Aufgaben entfernt, fällt auch der Job weg – aber das ist selten.“ Varian fährt fort und sagt: „1950 hat die U.S. Statistikbehörde 250 verschiedene Jobs auf. Der einzige, der seitdem komplett verschwunden ist, ist der des Fahrstuhlführers.“

Neue Technologie macht menschliche Fähigkeiten wertvoller

Die Wahrheit ist: Marketing-Technologie wird keine Jobs ersetzen. Aber sie ersetzt unbestreitbar einige der vorhandenen Aufgaben. Die Aufgabenbeschreibungen innerhalb der Unternehmen werden sich durch die entstehenden Freiräume verschieben.

Der Harvard Business Review (HBR) erklärt in seinem Artikel „Der Aufstieg künstlicher Intelligenz lässt menschliche Intelligenz umso wichtiger werden“ (hier im Original) sehr gut, wie sich die Marketingaufgaben als Antwort auf neue Technologien voraussichtlich verändern. Jeder, der innerhalb seines Berufsfeldes relevant bleiben will, wird sich auf diejenigen Fähigkeiten und Fertigkeiten konzentrieren müssen, die künstliche Intelligenz nicht ohne weiteres reproduzieren kann: Also mit Menschen zu interagieren, sie zu verstehen und zu motivieren.

„Es sind diese menschlichen Fähigkeiten, die in der nächsten Dekade immer mehr wertgeschätzt werden. Fähigkeiten wie Überzeugungskraft, soziales Verständnis und Empathie werden zu Unterscheidungsmerkmalen, je mehr künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen unsere anderen Aufgaben übernehmen.“