Warum 75 % Ihrer Marketing-E-Mails niemals gelesen werden

E-Mail-Marketing

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E-Mails sind kurzlebig. Laut einer kürzlich durchgeführten Adobe-Umfrage zum Thema „Wie stehen Sie zu E-Mails“ haben viele von ihnen jedoch überhaupt kein Leben. Unter den vielen Einsichten und Daten, die wir ausgegraben haben, wurden zwei, die ich herausragend fand, geöffnet und gelesen – was bedeutet, dass 75 % von allem, was Sie verschicken, ignoriert wird. Und wenn es gelesen wird, werden 50 % davon als unnütz empfunden.

Da liegt wie so oft die Schlussfolgerung nahe, das könne nur eines bedeuten: Marketing-E-Mails sind tot. Aber das wäre falsch. Denn wir haben herausgefunden, dass die Leute ihre E-Mails gewohnheitsmäßig und fast immer checken, bevor sie zu Arbeit gehen. Das ist ein wesentlicher Teil ihres Lebens. Das Medium E-Mail wird nicht ignoriert – nur die E-Mails, die man erhält.

Was also versäumen wir, die Urheber von diesem ganzen ignorierten Content?

Relevanz (oder ein Mangel daran)

Das ist ein großes Wort im Marketing und wir möchten alle gerne glauben, dass wir bedeutungsvoll sind – denn wenn nicht, sind wir irrelevant. Aber wenn die Hälfte dessen, was wir per E-Mail senden, nicht gelesen wird und die Hälfte dessen, was gelesen wird, nicht nützlich ist – dann ist Bedeutungslosigkeit nun mal das, was die meisten von uns erreichen.

Relevant zu sein bedeutet nicht nur, die Interessen von jemandem zu befriedigen. Es bedeutet, es zur richtigen Zeit zu tun und nicht zu übertreiben. Eine E-Mail mit Rabattcodes kann relevanten Content enthalten, denn der Empfänger ist daran interessiert, Dinge preiswerter zu bekommen – aber wenn dasselbe Angebot über Monate täglich versendet wird, verliert es seine Dringlichkeit und wird daher ignoriert. Jetzt ist es bedeutungslos, obwohl der Content nützlich ist.

Verantwortung (dafür, es richtig zu machen)

Viel zu oft, und besonders im B2B-Marketing, überlassen wir dem Vertriebsentwicklungsbeauftragten die Aufgabe, Beziehungen aufzubauen, die Marketing-Leads in potenzielle Kunden verwandeln. Das sind oft aber gar nicht die richtigen Leute für diese Aufgabe und es ist nicht fair, von ihnen zu verlangen sich darum zu kümmern – besonders, wenn dazu gehört, einen perfekten Werbetext zu erstellen. Vertriebsentwicklungsbeauftragte stehen oft am Anfang ihrer Berufslaufbahn und dieser Level an Verantwortungs erfordert mehr Erfahrung und Fähigkeiten, als sie zu bieten haben.

Der Sinn, Zeit und Geld ins Marketing zu investieren, besteht darin, potenzielle Kunden so vorzubereiten, dass sie bei unserem ersten Anruf sofort mit an Bord sind. So einen wichtigen Punkt in der Beziehungsentwicklung durch eine schlecht zusammengeschusterte und unsauber ausgerichtete Marketing-E-Mail zu gefährden, verschwendet diese Zeit und dieses Geld. Stattdessen sollte diese Verantwortung an Leute übertragen werden, die über die Fähigkeiten verfügen, das erfolgreich durchzuführen. Ich sehe mir regelmäßig an, was wir herausschicken, weil ich weiß, dass die Leute vom vereinbarten Weg abweichen – das reicht von schlechtem Sprachgebrauch bis zu einem echten Mangel an Professionalität. Außerdem weiß ich, dass es mein Job ist sicherzustellen, dass diese Probleme gelöst werden, anstatt sie jemandem aufzuladen, der weder die Fähigkeiten noch das Wissen dazu hat.

Respekt (für die Nachricht und den Empfänger)

Es sollte nicht allzu schwierig sein, die Regeln der Rechtschreibung und Grammatik richtig anzuwenden und Sätze vernünftig zu formulieren. Und wer wirklich Schwierigkeiten damit hat, der findet schnell jemanden, der es kann. Es geht hier nicht um Pedanterie oder Erbsenzählerei, sondern darum, Ihr Publikum mit einem gewissen Respekt zu behandeln. Wir haben uns die Zeit genommen dafür zu sorgen, dass dieser Text gut lesbar ist, denn wir schätzen Ihre Aufmerksamkeit sehr.

Menschen, die einflussreiche Positionen innehaben, reagieren besser auf angemessen artikulierte Nachrichten. Viele Menschen werden ein vergessenes Apostroph oder einen überlangen Satz nicht einmal bemerken. Aber ihnen wird auffallen, dass sie die Nachricht nicht verstehen, weil sie einfach zu schwierig zu lesen ist.

E-Mail ist immer noch wichtig für das Marketing und für die Menschen, die wir erreichen wollen. E-Mails sind auf eine Art und Weise mit unserem Leben verwoben, die Social Media noch nicht erreicht hat: Wie unsere Studien zeigen, checken die meisten Menschen die Sozialen Medien nicht vor der Arbeit.

Vielleicht sind E-Mails nicht mehr so vorherrschend, wie sie mal waren, aber sie werden nicht verschwinden. Mit E-Mails können Sie nach wie vor die richtige Nachricht zur richtigen Zeit an die richtige Person senden – arbeiten Sie jetzt daran, diese Nachrichten auf eine bessere Art zu übermitteln.

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