Was ‚in’ ist, ist egal – finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppe wirklich interessiert

Sozialmarketing

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Als Marketingprofi wollen Sie auf jeden Fall Ihr Publikum erreichen. Ihr Traum ist es, dass Millionen Menschen einen Post, den Sie für Ihr Unternehmen verfasst haben, teilen, ‚gefällt mir’ klicken und kommentieren. In der Theorie lassen Sie diesen Wunschtraum am ehesten wahr werden, indem Sie Themen aufgreifen, die gerade heiß diskutiert werden und somit die Aufmerksamkeit aller auf sich ziehen.

Leider machen viel zu viele Marketer diesen Anfängerfehler und brauchen im Endeffekt viel mehr Zeit dafür, sich von den Folgen zu erholen, als Verbraucher für sich zu gewinnen.

Wenn Sie Ihre Marke mit einem aktuellen Thema der Popkultur verknüpfen, führt das bestenfalls zu sehr kurzfristigen Ergebnissen, weil Ihre Botschaft in all den Tausend anderen Tweets zu diesem Thema verloren geht. Und sobald die Öffentlichkeit sich einem anderen Thema zuwendet, ist Ihre Kampagne veraltet. Schlimmstenfalls bekommen die Kunden den Eindruck, Ihre Marke versucht, aus einer wichtigen sozialen Bewegung Kapital zu schlagen. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig als Überzeugungsarbeit zu leisten, dass Sie nicht nur ein Teil einer herzlosen Unternehmensmaschinerie sind.

Ihr Ziel muss es also sein, Ihren Fokus auf Ihre loyalsten Unterstützer zu richten. Genauer gesagt sollten Sie die Sozialen Medien dafür nutzen zu beurteilen, was diese Unterstützer wirklich bewegt – und nicht einfach nur, wer sie sind. Es gibt immer eine emotionale Diskussion innerhalb Ihrer Zielgruppe. Wenn Sie Ihre Marke an diesen Austausch knüpfen, anstatt an eine flüchtige Modeerscheinung, dann können Sie eine langanhaltende und lukrative Beziehung zu Ihrer Basis aufbauen.

 

Beleben Sie Ihre Kultur durch Social Media

Entdecken Sie die Leidenschaften Ihres Publikums – das ist leichter gesagt als getan. Es ist schwierig herauszufinden, wofür Ihre Kunden täglich aufstehen. Und ehrlich gesagt wissen sie das möglicherweise selbst nicht so genau. Um es noch komplizierter zu machen, kann es sogar sein, dass Ihre ideale Zielgruppe vielleicht nicht einmal die Verbraucher sind.

Kennen Sie Minecraft? Dieses Computerspiel, mit dem man virtuelle Welten aufbaut, wird normalerweise von Kindern gespielt – aber Kinder und Jugendliche haben keine Kreditkarten. Weil also die Eltern die angestrebte Zielgruppe sind, lauten die Argumente, mit denen sie von dem Spiel überzeugt werden sollen, dass es Logik und Problemlösungsfähigkeiten der Kinder fördert. Aus diesem Grund zielt das Marketing des Spiels nicht nur auf Unterhaltung ab, sondern darauf, wie Minecraft die kindlichen Interessen an Naturwissenschaften und Architektur in einer geschützten Umgebung verstärken kann.

In solchen Fällen zielt Ihr Marketing nicht nur auf die Person ab, sondern auf eine Idee, die – im Gegensatz zu ‚trendigen’ Themen – langfristig existieren wird. Wenn Sie sich Ihr Publikum genau anschauen, werden Sie sehr wahrscheinlich eine ähnliche Leidenschaft entdecken, die Ihre Verbraucher unabhängig von individuellen demographischen Unterschieden vereint. Überlegen Sie sich, ob die folgenden Strategien Ihnen dabei helfen kann, die Sozialen Medien so zu nutzen, dass Sie herausfinden, wie Ihre Zielgruppe tickt und eine effektive Marketingstrategie entwickeln können.

 

1. Entdecken Sie die Psychologie in Sozialen Medien

Da Ihr Publikum sehr wahrscheinlich mehrere emotionale Interessen hat, teilen Sie Ihre Verbraucher anhand dieser Interessen auf. Jeder weiß, dass Zielgruppensegmentierung ein Schlüssel ist. Wenn Sie jedoch diese Zielgruppe auf Basis psychologischer Faktoren segmentieren, erhalten Sie ein besseres Verständnis dafür, an wen Sie vermarkten.

Anstatt eine Persona aufgrund des Geschlechts, der Altersgruppe oder anderer demographischen Informationen zu erstellen, achten Sie verstärkt auf Social-Media-Interaktionen. Hier enthüllen Verbraucher ihre größten Leidenschaften, die Sie noch nicht kanten. Vielleicht entdecken Sie sogar verschiedene Schichten ihrer Persönlichkeit auf unterschiedlichen Plattformen. So sprechen zum Beispiel Frauen, auf die die Persona ‚hingebungsvolle Mutter’ passt, gerne in unterschiedlichen Müttergruppen auf Facebook über ihre Erziehungsziele. Gleichzeitig können sich auf Instagram unterschiedliche Interessen und Motivatoren jenseits der Elternschaft zeigen, die auf Facebook nicht erscheinen.
Wenn Sie mehrere Social-Media-Kanäle nutzen, sehen Sie Ihre Verbraucher nicht nur als Anhänger von Trendthemen, sondern als vielschichtige Charaktere, die mit ihrem eigenen Umfeld interagieren.

 

2. Vermeiden Sie es, zu verkaufswütig zu wirken

Konsumenten wissen, dass Marken etwas verkaufen müssen. Der Trick besteht darin, diese Tatsache zu verschleiern, während Sie in Ihren Social-Media-Posts ehrlich bleiben. Wenn Sie sich zu sehr bemühen, Ihre Kunden zufriedenzustellen, treiben Sie diese möglicherweise direkt in die Arme Ihrer Mitbewerber.

Es ist viel wichtiger, Ihre Markenstory zu kommunizieren, als das zu sagen, was die Leute hören wollen. Wenn Sie nur Posts raushauen, in denen Sie die Vorteile Ihrer Produkte auflisten, wirkt das gezwungen und bemüht. Versuchen Sie stattdessen, Ihren Kunden Ihre Passion zu zeigen – genau, wie Sie die Leidenschaften Ihrer Kunden herausfinden wollen. Berichten Sie geradeheraus über Ihren Hintergrund, Ihre Ziele und darüber, wie Ihre Marke eher ein Spiegelbild Ihres Unternehmens ist als eine effiziente Möglichkeit, Geld zu verdienen.

 

3. Gehen Sie ein Risko ein

Leider ist keiner dieser Schritte ein absoluter Erfolgsgarant. Ein Plan, der auf dem Papier großartig aussieht, kann immer noch mit Pauken und Trompeten durchfallen und Sie dazu zwingen, Ihre gesamte Strategie zu überdenken. Die wirkliche Herausforderung besteht jedoch darin, weitere Risiken einzugehen.

So hat Gatorade zum Beispiel 2016 eine Anzeige geschaltet, die darauf hinwies, dass dieses Sportgetränk in erster Linie für Sportler gedacht ist, die sich den Zuckerüberschuss leisten können. Nicht sportlich-aktive Zuschauer, die Gatorade nur wegen des Geschmacks trinken, hätten sich vielleicht persönlich beleidigt fühlen können – so als ob das Unternehmen sein Getränk ausschließlich für Supersportler reserviert. Diese riskante Strategie traf jedoch genau eine bestimmte Leidenschaft eines spezifischen Teils der Zielgruppe. Durch diese Anzeige hat das Unternehmen bewiesen, dass eine provokante Message – selbst, wenn sie nicht perfekt ist – Ihre Marke lebendig halten kann.

Die Sozialen Medien können Ihr Testlabor für neues Material sein, denn hier sehen Sie, was mit Ihrem Publikum in Resonanz geht. Probieren Sie Ihre neue Idee mit einem einfachen Tweet oder Facebook-Beitrag aus. Vielleicht werden Sie Teile Ihrer Zielgruppe abstoßen, aber so lange Ihre Aussage akkurat ist und Sie daran glauben, stehen die Chancen gut, dass Sie die Verbindung zu Ihrem Kernpublikum stärken.

Diese Strategien hören sich vielleicht etwas schwieriger an als sie es wert sind. Schließlich wäre es viel einfacher, auf den neusten Popkultur-Trend aufzuspringen und so die meisten Menschen zu erreichen. Aber diese Methode bringt wenig, wenn Sie eine langfristige Markenloyalität unter Ihren Kunden aufbauen wollen. Und wenn Sie die Sozialen Medien nutzen, um die Interessen Ihrer Zielgruppen besser zu verstehen, dann könnte das neue Trendthema im Internet schon bald Ihre Marke sein.