So wird die KI-gestützte Käuferreise im Jahr 2030 aussehen

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In den ersten Monaten des Jahres gibt es immer wieder neue Jahresvorhersagen. Es ist die Zeit, in der Unternehmen ihre Gedanken und Pläne für das Jahr veröffentlichen – so auch wir. Und wir setzen auf große Veränderungen, wie zum Beispiel die wachsende Bedeutung der Kundenerlebnisse und der Künstlichen Intelligenz (KI).

Unsere Prognosen basieren auf Forschung und einem fundierten Wissen über Branchentrends. Doch Technologie entwickelt sich ständig weiter – manchmal in Sprüngen, doch häufig durch kleine Anpassungen – und das macht es schwierig, fortlaufende Änderungen zu erkennen. Daher finden wir es hilfreich, ab und zu mal einen Blick über die Schulter zu werfen um zu schauen, wie weit wir schon gekommen sind.

Nehmen Sie zum Beispiel das iPhone. Vor einem Jahrzehnt war das Smartphone eineinhalb Jahre alt und tauchte gerade erst in Schulen, Büros und am Esstisch auf. Mittlerweile ist die Technologie allgegenwärtig und ein Leben vor – oder ohne – Smartphones ist kaum noch vorstellbar. Innerhalb von kurzen 10 Jahren hat Apple die Gesellschaft unglaublich verändert.

Wir sind überzeugt, dass KI einen ähnlich intensiven Paradigmenwechsel erschaffen kann. Lassen Sie uns also statt in die Vergangenheit zu blicken zehn Jahre vorspulen und überlegen, wie KI die Käuferreise bis zum Jahr 2030 verändern könnte.

Suchen und Entdecken

Stellen Sie sich Kathrin vor, eine Käuferin. Im Jahr 2019 wird sich Kathrins Interaktion mit KI wahrscheinlich auf Chatbots beschränken, die grundlegende Fragen beantworten. Zuhause nutzt sie vielleicht digitale Assistenten, die von ihren Vorlieben lernen und personalisierte Angebote empfehlen.

im Jahr 2030 wird die Fähigkeit, große Datenmengen zu sammeln und zu analysieren, das Kundenerlebnis kontinuierlich verbessern. Unternehmen werden in der Lage sein, ein umfassendes Bild von Kathrin zu erstellen, das auf Ihren Surf-Vorlieben und dem bisherigen Kaufverhalten basiert. Ihr Smart Assistant wird aus ihren Gewohnheiten lernen und dann seine Interaktionen und Kaufvorschläge nach diesen Mustern gestalten.

KI wird auch die Art und Weise, wie Marketer mit Kunden interagieren, komplett verändern. Wenn Kathrin online geht, um nach Produkten zu suchen, wird sie sich mit einer vollständig kognitiven Website beschäftigen. Jeder Aspekt ihrer Suche wird genau auf sie zugeschnitten sein – zusammengestellt aus Hunderten von Mikroinhalten und in Echtzeit abhängig von ihrer positiven Resonanz eingebaut.

Im nächsten Jahrzehnt wird KI das Suchen und Finden von Produkten reibungsloser gestalten – und Kathrin wird das Gefühl haben, gehört und verstanden zu werden. Im weiteren Sinne werden Unternehmen weniger tun müssen, um dieses Gefühl in eine Kaufgelegenheit umzuwandeln.

Recherchieren und Bewerten

Während die ersten Anfänge von KI Verbesserungen wie die maschinelle Bilderkennung und Responsive Retail mit sich brachten, werden wir bis zum Jahr 2030 in die Ära des Predictive Commerce vorgedrungen sein.

KI hat mehr Kundendaten als je zuvor zur Verfügung und wird in der Lage sein, Trends und Verhaltensmuster für jedes Stadium der Käuferreise auszuwerten. Unternehmen werden umfangreicher verstehen können, was während der Recherche- und Überlegungsphase geschieht und somit in der Lage sein, schlauere Trichter zu erschaffen, die zu höherer Konversion führen. Alles, was Kathrin tut – was sie kauft und was sie nicht kauft – wird zu einer wachsenden Wissensbasis über sie und Zielkunden wie sie beitragen.

Im Jahre 2019 tauchte zum ersten Mal die Personalisierung über den Vornamen in E-Mails auf. Bis 2030 werden wir auch Informationen nutzen wie die Plattformen, die Kathrin nutzt, die Intensität ihrer Markenbeziehung, ihren Standort und ihre Identität in sozialen Netzwerken, um KI-geführte Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Aus Kathrins Sicht werden diese Fortschritte ihr bei der Recherche helfen und sie dabei unterstützen, die wichtigsten Produkte für ihre Bedürfnisse zu finden. Dinge wie Produktempfehlungen oder personalisierte Angebote, die sie per E-Mail oder neue Kommunikationswege erhält, werden Kathrin verführen ohne sie zu überwältigen – denn durch KI werden unwichtige Kundenansprachen und Marketingbotschaften der Vergangenheit angehören.

Marketer werden KI auch einsetzen, um Erkenntnisse aus allen ihren Tools zu integrieren. CRM-Daten werden sich mit Marketing-Automation und Kundendienst verbinden, um einen umfangreichen Datensatz zu erstellen. Indem sie die Elfenbeintürme niederreißt, kann KI die wahre Macht dieser Tools freisetzen und ein wesentlich umfassenderes Bild von Kunden wie Kathrin erstellen.

Marketer werden ein so tiefes Verständnis für Vorlieben und Absichten erhalten, das jeder Kontakt sich für Kathrin sehr persönlich anfühlen wird. Und durch ein detailliertes Wissen, welche Produkte in ihrer Region verfügbar sind, wird KI auch immer bessere Empfehlungen für Kathrin erstellen. Es könnte sogar möglich sein vorherzusagen, was sie als nächstes brauchen wird und wo sie es finden kann.

Predictive Purchasing

Im Jahr 2030 werden Käufe schneller, maßgeschneiderter und sogar prädiktiv sein.

Einzelhändler werden Kathrin dabei helfen, Produkte genau dann zu finden, wenn sie sie gerade braucht. Tatsächlich könnte KI gezielt Produkte anbieten, bevor Kathrin überhaupt ihren Bedarf dafür erkennt. Wenn Sie online nach Partyzubehör wie Luftballons und Papiertellern shoppt, könnte ein Einzelhändler davon ausgehen, dass sie auch Geschenkpapier braucht. KI wird sofort Daten abfragen wie aktuelle Preise und das regionale Inventar, und ihr viel Arbeit abnehmen, indem Kathrin eine Auswahl an Geschenkpapier angeboten bekommt, die sie in ihren aktuellen Einkauf einbinden kann.

Dieses Ausmaß an Vorhersage basiert auf der Identifikation von Mustern innerhalb umfangreicher Datensets, die sich dauernd verändern. KI wird den Marketern dabei helfen, Kathrins vergangene Käufe und Produktvorlieben mit regionalem Produktangebot, Preisen und Inventar abzugleichen und ihr so ein reibungsloses, intelligentes Einkaufserlebnis zu ermöglichen.

Laut Baymard Institute werden fast 70 % der Einkaufswagen im Online Shopping zurückgelassen. Wie viele davon werden zu abgeschlossenen Einkäufen, wenn KI „Ich schaue mich nur um …“ zu „Sie wussten genau, was ich brauchte!“ umwandelt?

Service und Support

Keine zwei Käufer und keine zwei Käuferreisen sind exakt gleich. So, wie KI die Tools für die Erstellung intelligenter Websites und Marketingkampagnen zur Verfügung stellen wird, wird die Entwicklung von KI-gesteuerten Kundendienstplattformen eine völlig personalisierte, stets aktive Kundenbetreuung garantieren.

Derzeit kann es schwierig sein zu beurteilen, wie gut der Kundensupport funktioniert. Komplexe und voneinander abgetrennte Logistikketten wie Call Center, Reparaturzentren und Kundendienstabteilungen führen dazu, dass es möglicherweise an zusammenhängenden Informationen fehlt. Aber innerhalb der nächsten Dekade wird KI Daten nutzen, um Prozesse zu standardisieren, messen und optimieren, damit Käufer garantiert immer den besten Service bekommen.

Für Kathrin sind das großartige Neuigkeiten. Feiertage, Zeitzonen oder Sprachbarrieren werden nicht länger den Service behindern. Wenn Kathrin sonntags um 22:00 Uhr ein Möbelstück zusammenbaut und dabei Hilfe braucht, wird KI durch fortgeschrittene Chatbots, die Beschwerden aus der Welt schaffen und Fragen rund um die Uhr beantworten, Unterstützung ermöglichen.

Und wenn die aktiv eingeforderten mit den prädiktiven Elementen der KI aufeinandertreffen, wird Kathrin darauf aufmerksam gemacht, welche ihrer Produkte bald Support benötigen. Sie wird nicht mehr daran denken müssen, wann ihr Auto zur Inspektion muss, weil das KI für sie tut – und diese wird ihr auch anbieten, einen Termin zu vereinbaren.

2030 steht vor der Tür

11 Jahre werden wie im Flug vergehen. Tatsächlich sehen wir einige dieser KI-Fähigkeiten bereits im heutigen Marketing. Da die Leistungsfähigkeit von Maschinen exponentiell zunimmt und der Preis dieser Tools weiter sinkt, werden AI, Automation und maschinelles Lernen das Gesicht des Marketings bis 2030 komplett verändern.

Wir sind es uns schuldig, jetzt bereits darüber nachzudenken, wie diese Zukunft aussehen wird, damit wir unsere eigene Rolle bei der Umgestaltung der Marketingindustrie mit Künstlicher Intelligenz an unserer Seite spielen können.