4 Fehler, die Marketer mit ihrer Personal Brand auf Twitter machen … und wie man sie korrigiert

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Posted: März 24, 2016 | Social Marketing

Wussten Sie, dass es über 300 Millionen aktive Twitter-User gibt? Das ist ein gigantischer Markt für Ihr Unternehmen. Da erklärt sich von selbst, dass ich ein klarer Verfechter davon bin, dass alle Unternehmen – B2B und B2C gleichermaßen – Twitter als einen Marketing-Channel nutzen.

Ich persönlich hatte bereits einige sehr spannende Ergebnisse mit Twitter. Zum Beispiel habe ich neulich einen Tweet mit Link zu einem pseudo-Filmtrailer abgesetzt, mit dem ein neues Produkt angepriesen wurde: Dieser Tweet wurde 198 Mal weiterverbreitet (beeindruckend, ich weiß) und hat mich so mit Dutzenden von Followern vernetzt, die ich automatisch als potenzielle Leads sehe. Da ein durchschnittliches Twitter-Account um die 100 Follower hat, hatte dieses spezielle Content-Teilchen das Potenzial, fast 20.000 mal geteilt zu werden!

Im Laufe der Zeit habe ich durch vorsichtigen und nicht so vorsichtigen Versuch und Irrtum gelernt, wie ich für meine spezielle Leserschaft relevanten Inhalt liefern kann, und ich bekomme dadurch bereits bessere Ergebnisse. Wenn Sie eine starke Präsenz auf Twitter zeigen, haben Sie viele Vorteile: Sie unterstützen die Marketing-Aktivitäten Ihres Unternehmens, Sie können es nutzen, um über die Social Media zu verkaufen, Sie können Ihre Personal Brand aufbauen – oder auch jede Kombination dieser Faktoren. Wenn ich mir all diese Vorteile anschaue, dann frage ich mich, warum einige meiner Marketing- und Sales-Fachkollegen immer noch damit kämpfen, in so einem vielversprechenden Kanal Fuß zu fassen?

Beobachtungen aus erster Hand zeigen mir, dass Marketer und Vertriebsleute ihre Personal Brand nicht wirklich wie eine richtige Marke behandeln. Hier sind vier häufige Fehler, die sie beim Umgang mit Twitter machen und Möglichkeiten, diese auszubügeln:

  1. Sie wählen keine spezifische Zielgruppe

Diese oft übersehene Aufgabe ist eigentlich ziemlich einfach – suchen Sie sich eine oder mehrere Ihrer Top-Zielgruppen aus anderen Channels und starten Sie von dort aus. Wenn Sie es versäumen, Ihre Zielgruppe vernünftig zu bestimmen, werden Ihre Botschaften die Mehrheit der Leser nicht erreichen. Die richtige Aussage kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wen Sie ansprechen wollen: Ein Unternehmen oder einen Endkunden, Führungskräfte oder Praktiker, und so weiter und so fort.

Eine Zielgruppe auszusuchen ist wichtig, weil Sie dann genau das ansprechen oder anbieten können, wonach diese Zielgruppe sucht. Manche Zielgruppen interessieren sich für Preisnachlässe, manche möchten Unterhaltung, und wieder andere wollen exklusive Inhalte. Ein genaues Bild von Ihrem Publikum, seinen Wünschen und Bedürfnissen zu haben ist daher ausschlaggebend, um  dessen Aufmerksamkeit zu gewinnen.

  1. Sie erschaffen keinen attraktiven Account

Um die wahre Macht von Twitter zu nutzen, müssen Sie die richtigen Leute dazu bringen, Ihre Botschaften anzuhören. Das bedeutet, dass Sie strategisch klug einen hochgradig vernetzten Account erschaffen müssen – so dass Sie den richtigen Leuten folgen und die richtigen Leute zu Ihren Followern werden.

Mit dieser Information im Hinterkopf empfehle ich Ihnen, einfach jeden Tag für 5-10 Minuten auf Twitter nach Leuten zu suchen, denen Sie folgen können. Machen Sie sich für Erfolg bereit, indem Sie interessante Inhalte und Kontakte finden. Lokalisieren Sie Menschen, für die sich Ihre Zielgruppe interessieren könnte, so wie Vordenker aus der Industrie, kulturelle Berühmtheiten, derzeitige Macher und Entscheider und Marken an sich.

Als nächstes fangen Sie damit an, diesen Leuten zuzuhören, indem Sie pro Tag  wenigstens ein paar Minuten deren Beiträge lesen und in eine Unterhaltung einsteigen. Machen Sie ein paar witzige Kommentare oder posten Sie wertvolle Links und warten Sie ab, was passiert! Dabei werden Sie lernen, welche Art Content bei Ihrer Kern-Zielgruppe ankommt. Wichtig ist, immer daran zu denken, dass Twitter zum Social Network gehört, denn oft vergessen Marketer und Vertriebler das darin steckende Wörtchen sozial – also, achten Sie darauf, dass Sie auch zuhören und mitmachen.

  1. Sie entwerfen keinen logischen Ablaufplan für Posts und Tweets

Ein Ablaufplan sollte auf Ihrer allgemeinen Twitter-Strategie basieren und danach trachten, Ihre Zielgruppe einzubeziehen. Zuerst müssen Sie die Geschäfts-Vorhaben im Hinterkopf behalten, für die Sie diesen Channel überhaupt nutzen wollen. Das kann zum Beispiel Personal Branding sein, Lead-Generation oder auch Kundenservice, um nur einige zu nennen. Sie müssen sich ganz klar machen, was Ihr Ziel ist!

Danach finden Sie heraus, wann Ihre Zielkundschaft bereit ist zuzuhören und planen Ihre Tweets entsprechend. Das ist wirklich wichtig, denn laut t3n.de  wird zwischen 14 und 24 Uhr am meisten retweetet. Wenn Ihre Zielgruppe nun während dieser Zeit am aktivsten ist, warum sollten Sie dann direkt morgens früh etwas posten? Als letztes sollten Sie nun versuchen einen detaillierten Redaktionskalender für Ihre Twitter-Nachrichten zu erstellen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, eine Serie verwandter Aussagen zu planen, die auf zusammenhängende und markenspezifische Art ineinandergreifen und somit für Ihr Zielpublikum sinnvoll sind. Jetzt denken Sie vielleicht „Das ist ja nur etwas für Marken“, aber tatsächlich ist ein Redaktionskalender für jeden geeignet, der erfolgreich sein möchte – was Marken oft sind. Ein weiterer Tipp: Wenn Sie etwas posten, bitten Sie um einen Retweet. Seien Sie ganz eindeutig und formulieren Sie die Aufforderung wortwörtlich: „Bitte retweeten.“ Laut Fastcompany.com erhöhen Sie damit die Wahrscheinlichkeit eines Retweets um satte 23 %!

  1. Sie benutzen keine Promoted Tweets

Promoted Tweets sind gewöhnliche Tweets, die durch einen Werbekunden gefördert werden, der eine größere Gruppe an Usern oder mehr Kundenbindung bei seinen existierenden Followern erreichen will. Jeder kann ein Werbekunde sein, und die meisten Plattformen (inklusive Twitter) bieten Tutorials an, wie das funktioniert. Es ist wichtig, dass Sie Promoted Tweets regelmäßig nutzen, damit die Nachrichten ganz sicher vom größtmöglichen Publikum gesehen werden – vor allem Ihre wichtigsten Aussagen. Während ein gewöhnlicher Tweet nur von einem Bruchteil Ihrer Leser gesehen wird, bleiben Promoted Tweets für einen längeren Zeitraum ganz oben im Twitter-Feed. Das garantiert Ihnen, dass viel mehr Zielkunden (Follower und Non-Follower) diese sehen, sobald sie sich einloggen. Und das ist unerlässlich dafür, ein Twitter-Account zu vergrößern und neue Follower zu bekommen.

Promoted Tweets eignen sich auch hervorragend dafür, verschiedene Dinge zu testen wie zum Beispiel Inhalte, Tageszeit und Zielgruppe, denn die Werbeplattform gibt Ihnen genaue Daten zum Erfolg Ihres Tweets. Nicht zuletzt sollten Sie auch die verschiedenen Werbemöglichkeiten ausprobieren. Wenn Sie sich mit der Werbeplattform von Twitter vertraut gemacht haben, testen Sie auch einmal andere Produkte wie Promoted Twitter Cards. Diese Art von Posts ermöglicht es Ihnen, Grafiken in Ihre Tweets einzubinden und somit einen echten Hingucker zu erschaffen.

Wenn Sie diese vier Fehler also berichtigen, können Sie Twitter dafür nutzen, Ihre Zielkundschaft zu vergrößern, Ihre Personal Brand stärker zu machen und den Marketingaufwand Ihres Unternehmens zu unterstützen. Vergessen Sie nicht, immer die Aktivitäten der in den Social Media erfolgreichen Marken zu verfolgen und diese auf Ihr eigenes Unternehmen zu übertragen – Sie werden überrascht sein, wie oft das möglich ist. Fröhliches Tweeten!

Haben Sie noch weitere Tipps dafür, wie man Twitter als einen Marketing-Kanal einsetzen kann? Dann teilen Sie diese mit uns in den Kommentaren.

Jamie Lewis

Jamie Lewis ist Senior Solution Consultant bei Marketo und arbeitet seit über 15 Jahren im Bereich CRM und Marketing-Automation. Er arbeitet eng mit Marketingagenturen und MSPs zusammen, die Marketo dabei unterstützen, seinen Kunden stets die neusten Marketing-Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Sein Schwerpunkt liegt im Consulting für die Themen Engagement-Marketing-Strategien und beste Praktiken, hierbei besonders Top-of-Funnel-Lead-Generation über Soziale Plattformen.

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