Diese 5 Top-Trends im Mobile-Marketing sollten Sie im Auge behalten

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Posted: September 3, 2015 | Mobile Marketing

Falls wir es noch nicht ausdrücklich genug gesagt haben: Die Ära des Mobile-Marketing hat nicht nur begonnen, sondern wir sind mittendrin! Da erklärt es sich von selbst, dass mobile Apps als absolutes Must-Have in jeden Marketingplan gehören. Die Möglichkeiten, wie Marketers mithilfe mobiler Apps ihre Marketingziele erreichen können, entwickeln sich rasant weiter. Besonders in diesem Jahr beobachten wir einen großen Wandel innerhalb der Strategien für Mobile-Marketing. 5 Mobile-Marketing-Trends, die sich herauskristallisiert haben, stellen wir Ihnen hier vor:

1. Apps sind die neue Landingpage

Bisher kündigten Werbeagenturen mobile Ansichten oder Apps als „kleine Webseite für den kleinen Bildschirm“ an. So wurde die komplette Webseite im kleineren Format abgebildet und mit einigen Marketing-Vorteilen verknüpft, wie zum Beispiel dem Versenden von Push-Benachrichtigungen. Mittlerweile werden mobile Apps mehr und mehr als Landingpages gestaltet, nicht mehr als komplette Webseite. Eine Landingpage ist eine einzelne Webseite, die sorgfältig für ein bestimmtes Ziel in einem bestimmten vertikalen Markt für ein bestimmtes Angebot erstellt wird. So werden mobile Apps im Kontext des digitalen Marketing erlebt.

Anstatt allgemeingültige Apps zu designen, werden Unternehmen und Marken zunehmend „Nischen-Apps“ erstellen, die nur einen bestimmten Zweck dienen oder nur eine Funktion erfüllen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Event-Apps: Mehr und mehr Unternehmen nutzen Event-Apps, um während ihrer Unternehmens-Events oder Messen mit Kunden und Partnern zu kommunizieren. Diese Apps fungieren als personalisierter Kanal zur Kontaktaufnahme und Interaktion während des Events und erlangt die Aufmerksamkeit der Kunden. Auswertungen über das Kundenverhalten werden dann in die CRM-Datenbank oder Marketing-Automation-Plattform eingepflegt.

2. Kleine und mittelständische Unternehmen entdecken mobile Apps zur Lead-Generierung und Steigerung des Markenbewusstseins

Über die letzten zwei Jahre war bei einigen großen Marken, Händlern, Fluggesellschaften und Banken eine erfolgreiche Entwicklung von Mobile-First-Strategien zu verfolgen. Dieser Trend wird auch kleine und mittelständische Unternehmen erfassen. Wir sehen bereits seit Jahresbeginn, dass eine wachsende Anzahl dieser Unternehmen in eigene Apps zur Lead-Generierung und Steigerung des Markenbewusstseins investiert. Der Unterschied zu den großen Anbietern ist allerdings, dass kleine und mittelständische Unternehmen sich mehr anstrengen müssen, um die App-Downloads voranzutreiben. Die meisten Unternehmen realisieren aber bereits, dass der wichtigste KPI (Key Performance Indicator) nicht die Anzahl der App-Downloads ist, sondern die qualitative Nutzung der App durch aktive User. Im Vergleich zu anderen Kanälen des Digital-Marketings wie Social-Media oder Display-Advertising kann die Konversion vom App-User zum Käufer sehr hoch sein. Eine mobile App ist ein Marketinginstrument, das Sie strategisch klug einsetzen sollten, denn es handelt sich um eine permanente Präsenz Ihrer Marke auf einem sehr persönlichen Gebrauchsgegenstand des Kunden. Kleine und mittelständische Unternehmen, die erfolgreich eine nützliche mobile App auf den Markt bringen, werden mit neuen Kunden belohnt und erreichen eine höhere Aufmerksamkeit bei potenziellen Kunden.

Um ein Beispiel zu nennen: Stellen Sie sich im B2B-Bereich einen Hersteller von Isoliermaterial für die Baubranche vor. Entwickelt dieser nun eine clevere App, mit der sich die benötigte Dicke des Isoliermaterials für alle möglichen Arten von Wänden und Decken berechnen lässt, haben Arbeiter und Ingenieure auf einer Baustelle einen sofortigen Nutzen davon, diese App herunterzuladen und anzuwenden. Der Hersteller kann diese App nun weit über die Grenzen seiner herkömmlichen Kundenbasis hinaus als ein Nischen-Tool für Arbeiter, Bauunternehmer und Architekten vermarkten. Selbstverständlich kann er die App dafür nutzen, sein Isoliermaterial zu bewerben, während die App sogar anzeigen könnte, was der Käufer seines Materials im Gegensatz zum Produkt der Wettbewerber spart. Als nächster Schritt könnte die App dann zu einem Online-Shop-System verlinkt werden und es somit ermöglichen, die Produkte über mobile Endgeräte zu kaufen.

3. Mobiler Kundendienst wird selbstverständlich

Mehrere große Firmen haben in diesem Jahr ihren Kundendienst über eine mobile App zugänglich gemacht. So können Kunden von unterwegs den Kundenservice erreichen oder ihre Service-Anfragen nachverfolgen. Der große Vorteil eines mobil zugänglichen Kundendienstes ist die Möglichkeit, den Gesamtzusammenhang zu erfassen. So kann zum Beispiel der Standort des Kunden automatisch an den Mitarbeiter im Callcenter übermittelt werden. Schauen wir uns das einmal für einen Abschleppservice an:

Anstatt jemandem im Callcenter seinen Standort zu beschreiben, verzweifelt seine Kundennummer zu suchen und währenddessen das Telefon, einen Stift und einen Zettel zu jonglieren, kann der Kunde jetzt einfach einen Button innerhalb der mobilen App berühren und direkt (und in seiner eigenen Sprache) mit einem Callcenter-Agenten sprechen. Dieser Callcenter-Agent hat nun bereits von Anfang an alle Kundendaten direkt vor sich. „Guten Tag, Herr Mustermann, ein Abschleppwagen ist 20 Minuten von Ihrem Standort entfernt und auf dem Weg zu Ihnen“.

Darüber hinaus kann eine mobile Kundendienst-App genutzt werden, um verschiedene Arten zusätzlicher relevanter Informationen mit dem Kunden auszutauschen. So könnte zum Beispiel ein Anbieter von Telekommunikation eine Kundendienst-App launchen, die dem Kunden dabei hilft, seinen Router zuhause zu konfigurieren. Die App könnte über die Smartphone-Kamera ein Foto der blinkenden Statusanzeige des Routers machen und den Barcode des Geräts scannen. Diese Bilder werden dann an den Callcenter-Agenten weitergeleitet, der daraufhin direkten Support anbieten kann: „Das rote Licht an Ihrem Router blinkt, bitte stecken Sie zuerst das blaue Kabel ein“.

4. Markenunternehmen experimentieren mit mobiler Marketing-Automation

Große Marken haben zum größten Teil ihre mobilen Apps bereits auf den Markt gebracht und konzentrieren sich in diesem Jahr auf die Einführung mobiler Marketing-Automation. Obwohl Marketing-Automation sehr beliebt ist, ist die Anpassung auf mobile Apps relativ neu. Marketing-Automation ermöglicht es den Unternehmen, Nutzerprofile aufgrund der Klicks auf der Firmenwebsite und Social-Media-Kanäle anzulegen und dann auf die Aktivitäten der User zu reagieren. Diese Profile können Sie als Marketer nutzen, um E-Mails oder Webseiteninhalte zu personalisieren. Zu diesem Zeitpunkt kommen Marketing-Automation-Plattformen ins Spiel: Mit Marketing-Automation-Plattformen können Nutzerprofile aufgebaut werden, die darauf basieren, auf welche Weise und wie häufig der User mobile Apps nutzt. Diese Nutzerprofile können Sie dann verwenden, um personalisierte Push-Benachrichtigungen passend zum derzeitigen Standort und Aktivität des App-Users zu senden. So kann zum Beispiel ein Einzelhändler einer Käuferin ein personalisiertes Angebot machen, wenn sie in der Nähe seines Geschäfts ist: „Hey, Anna, unsere Sonnenbrillen sind 10 % reduziert. Wir sind nur 5 Minuten von dir entfernt und haben bis 18:00 Uhr geöffnet!“.

Allgemein gesprochen macht mobile Marketing-Automation es möglich, dass Verkäufer und Marken sich intensiv und direkt mit ihren Kunden verbinden – quer durch alle Kanäle, von der Webseite bis hin zu Smartphones und Tablets. Außerdem kann Kommunikation nun während der gesamten Customer-Journey stattfinden: zuhause, unterwegs und im Ladengeschäft. Cross-Channel oder Omni-Channel-Marketing wird endlich Realität, da spezialisierte Mobile-Marketing-Automation-Plattformen sich mit den traditionellen Möglichkeiten der Marketing-Automation verzahnen.

5. Etablierte Unternehmen machen mobile Apps zum Herzstück ihrer Produkte oder Dienstleistungen

Zu guter Letzt werden in diesem Jahr zunehmend neue Produkte und Dienstleistungen angekündigt, die eine mobile App ins Zentrum rücken. Unternehmen nutzen mobile Apps nicht mehr ausschließlich als einen neuen Marketing-Kanal, sondern die neue App selbst ist das Produkt. Zu beobachten ist das bei alteingesessenen Unternehmen und nicht nur bei hippen Start-ups.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Branche der Autoversicherungen. Einige Versicherungsgesellschaften in Amerika haben Apps herausgebracht, die per Smartphone-Sensoren die Fahrgewohnheiten des Kunden überwachen. Vorausschauende Fahrer werden belohnt, indem sie zum Beispiel niedrige Versicherungsgebühren zahlen. Risikofreudige Fahrer, die während der Fahrt texten oder öfter die Geschwindigkeit überschreiten, macht die App auf ihr Fehlverhalten aufmerksam und hält sie zu verantwortungsvollerem Fahren an. (In Deutschland arbeiten die großen Versicherungen ebenfalls bereits an Möglichkeiten, durch technische Systeme im Auto oder Apps das Fahrverhalten aufzuzeichnen und Belohnungsmodelle auszuarbeiten. Das höhere Bewusstsein für Datenschutz in Deutschland steht einer flächendeckenden Einführung aber bisher noch im Wege. Hier bleibt es abzuwarten, was die Zukunft bringt. Anm. d. Übers.)

Jede Branche wird weiterhin an ganz eigenen innovativen Ideen arbeiten, die die Art und Weise, wie Kunden mit Unternehmen interagieren, dramatisch verändern werden. So eine App wird ganz klar die Spreu vom Weizen trennen und die innovativen Firmen im Vergleich zu ihren Mitbewerbern weit nach vorn katapultieren. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die Aufwendungen für Mobile-Marketing-Budgets bis zum Ende 2015 weiterhin rapide steigen. Und es ist spannend zu sehen, wie das Rennen um die innovativsten Apps weitergeht!

Für weitere Informationen über Marketing-Automation empfehlen wir Ihnen das kostenlose E-Book „Was ist Marketing-Automatisierung?“. Hier geht es zum kostenlosen Download.

Niko Nelissen ist der CEO von TapTarget. Er hält regelmäßig Vorträge auf internationalen Events, hat die Mobile-App Canvas entwickelt und ist ein Experte für Mobile-Marketing.

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